{"id":13933,"date":"2020-05-16T11:28:07","date_gmt":"2020-05-16T09:28:07","guid":{"rendered":"http:\/\/religionen.biebertaler-bilderbogen.de\/?p=375"},"modified":"2022-04-14T17:13:24","modified_gmt":"2022-04-14T15:13:24","slug":"warum-laesst-gott-das-zu-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/frankenbach.bibibo.info\/?p=13933","title":{"rendered":"Warum l\u00e4sst Gott das zu? &#8211; Teil 1"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Warum l\u00e4sst Gott das zu?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schon unz\u00e4hlige Menschen haben diese Frage gestellt. Gef\u00fchlt seit Menschengedenken gibt es sie. Sie tritt hervor als Schrei in Not. Nicht selten aber erscheint sie auch als Anfrage: Wenn es Gott gibt, warum passiert dann&#8230;? Es ist eine Menschheitsfrage.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die christliche Antwort auf diese Frage ist nicht <em>einfach<\/em>. Die Antworten des christlichen Glaubens sind <em>vielfach<\/em>, eben viele. Man muss etwas Zeit mitbringen, um sie zu verstehen. Es bedarf wirklichen Interesses. Kein Christ sollte sie zu schnell als erledigt abtun. Kein Nichtchrist denken, die Frage allein reiche schon aus, um den Glauben an Gott als unsinnig zu entlarven. Die Antworten sind nur keine schnellen Antworten. Es sind komplexe Antworten f\u00fcr eine komplexe Welt. Aber sie k\u00f6nnen den tragen, der sich auf sie einl\u00e4sst, selbst in tiefster Not. Daf\u00fcr steht das Leben unz\u00e4hliger Menschen ein. Doch es braucht etwas Zeit. Deshalb gibt es dazu diese kleine Serie, kleine Happen, um eine schwere Fragen zu verdauen. Ansonsten gilt: Jeder buchstabiert diese Frage sein ganzes Leben lang. In Coronazeiten aber lohnt es sich, mit ihrer Beantwortung anzufangen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Teil 1 Ein provozierender Glaube &amp; ein Gott unter Anklage<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir kennen den Menschen seit er religi\u00f6s ist, seit er seinesgleichen nicht einfach nur verscharrt, sondern ihnen Beigaben mitgibt, offensichtlich glaubt, dass diese Welt nicht alles ist, es da noch eine andere Wirklichkeit gibt. Doch wie verh\u00e4lt sich diese unsichtbare Wirklichkeit zu dieser Welt mit all ihrer Ungerechtigkeit, mit ihrem schieren Leid? Grenzen scheint es nicht zu kennen. Nicht nur der Mensch scheint in der Erfindung von Grausamkeiten grenzenlos zu sein, auch die Natur erscheint gnadenlos brutal, egal ob es sich um einen Tsunami handelt, der Tausenden innerhalb von Stunden ihr Leben kostet oder eine Krankheit, die einen Menschen nach und nach zerfrisst. Unberechenbar kommt das Leid h\u00e4ufig daher. Selten macht es Unterschiede. Der Volksmund gar sagt &#8222;Es trifft immer die Falschen&#8220; und meint damit die Guten, obwohl der Glaube an gut und b\u00f6se in dieser Welt schon lange nicht mehr fl\u00e4chendeckend existiert. Man muss nicht zwei Weltkriege und den Holocaust hinter sich haben, um die unz\u00e4hligen Grausamkeiten in der Welt zu entdecken. Das konnte man schon immer sehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch nicht immer hatten Menschen deshalb ein theoretisches Problem mit ihrer Wirklichkeit. Die Welt war zwar undurchsichtig, aber erkl\u00e4rbar. Da gab es eben die guten und die b\u00f6sen Kr\u00e4fte. Da gab es die uns all zu menschlich wirkenden G\u00f6tterk\u00e4mpfe im Himmel. Mal gewann der Eine, mal der Andere. Die Auswirkungen waren dann eben auf Erden sp\u00fcrbar, das Leid der Menschen ein Abfallprodukt davon. Wichtig konnte jedenfalls sein, keinen der vielen G\u00f6tter zu ver\u00e4rgern und mit den aktuell oder vor Ort dominierenden auf gutem Fu\u00df zu sein. Lieber ein Gebet mehr sprechen, lieber einen Altar mehr bauen, lieber auf Nummer sicher gehen &#8230; aber Sicherheit gab es nie. So war die Antike z.B. voll mit Alt\u00e4ren f\u00fcr den unbekannten Gott oder die unbekannten G\u00f6tter. Man konnte nie wissen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn nun eine Naturkatastrophe passierte, wie wir modern sagen w\u00fcrden, oder auch eine Pandemie wie Corona ausbrach, war eben die Himmelsordnung aus den Fugen geraten und die Menschen ein Spielball der M\u00e4chte. Oder man hatte einen Gott schwer beleidigt und es galt nun schnell herauszufinden wen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jenseits der gro\u00dfen Weltb\u00fchne aber gab es ein Volk mit einem provokanten Glauben &#8211; das Volk Israel. Es glaubt nicht nur in einer Welt ohne Narkose an einen guten Gott, sondern glaubt noch dazu das, was sp\u00e4ter erst Philosophen mutig zu denken wagen: Es gibt nur einen Gott und alles, was hier auf Erden passiert geht \u00fcber seinen Schreibtisch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So gibt es z.B. seit Urzeiten unter Menschen die Erz\u00e4hlung von der gro\u00dfen Sintflut. Jedes Kind kannte sie. W\u00e4hrend nun alle V\u00f6lker darin einen Machtkampf der G\u00f6tter sahen, wovon die einen es gut mit den Menschen meinen, die anderen G\u00f6tter dagegen von dem L\u00e4rm der Menschen angenervt sind, glaubt Israel, dass nur ein Gott dahinter seine Hand im Spiel hat, der lebendige Gott, der Sch\u00f6pfer des Himmels und der Erde, JHWH, der Gott Israels.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf der einen Seite ist das ein super befreiender Glaube, wenn man nur noch eine Adresse hat, die f\u00fcr alles zust\u00e4ndig ist. Alle Angst und Ungewissheit gehen fl\u00f6ten. Auf der anderen Seite steht pl\u00f6tzlich diese Frage im Raum: Wenn es nur einen Gott gibt, warum dann das Leid? Ja, wenn dieser Gott auch noch als umfassend m\u00e4chtig und gut geglaubt wird, warum l\u00e4sst er dann zu, dass guten Menschen B\u00f6ses widerf\u00e4hrt? Ja, wie kann es diesen Gott geben, von dem die Christen sagen, dass er alle Menschen liebt, sie auf Erden ihre Wege ziehen l\u00e4sst, erst nach dem Tod Dinge richtigstellt, dass das Leid hier so grenzenlos und ungerecht erscheint. Der Glaube an den einen Gott ist es, der erst diese Frage provoziert. Der Glaube an seine unbegrenzte Macht und Liebe schreit diese Frage geradezu heraus: Warum?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Gelehrte Leibniz hat daf\u00fcr Ende des 17. Jahrhunderts das Wort &#8222;Theodizee&#8220; gepr\u00e4gt. Der Philosoph Epikur formuliert das Problem schon viel fr\u00fcher: &#8222;Entweder will Gott die \u00dcbel beseitigen und kann es nicht, oder er kann es und will es nicht, oder er kann es nicht und will es nicht, oder er kann es und will es. Wenn er nun will und nicht kann, so ist er schwach, was auf Gott nicht zutrifft. Wenn er kann und nicht will, dann ist er missg\u00fcnstig, was ebenfalls Gott fremd ist. Wenn er nicht will und nicht kann, dann ist er sowohl missg\u00fcnstig als auch schwach und dann auch nicht Gott. Wenn er es aber will und kann, was allein sich f\u00fcr Gott ziemt, woher kommen dann die \u00dcbel, und warum nimmt er sie nicht weg?&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Epikur ist kein Christ. Er lebte vor Christus. Er lebte nicht in Israel. Und doch kann er sich nur einen allm\u00e4chtigen und liebevollen Gott denken. Dann aber hat er eben dieses Problem. Wer an viele G\u00f6tter glaubt, hat das nicht. Wer an keinen Gott glaubt, der ganz und gar Liebe ist, auch nicht. Wer glaubt, dass Leid jeweils die Strafe f\u00fcr das letzte unbekannte Leben ist, Stichwort Karma, auch nicht. Wer Leid nur f\u00fcr Illusion h\u00e4lt nat\u00fcrlich auch nicht. Wer nur diese Welt f\u00fcr voll nimmt, sowieso nicht. Es ist die gro\u00dfe Provokation an die Welt, wenn man glaubt, dass da ein Gott ist, der die Menschen \u00fcber alle Ma\u00dfen liebt und alle Macht in H\u00e4nden h\u00e4lt. Ein wunderbarer Glaube mit einer gro\u00dfen Anfrage eben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bibel kennt diese Anfrage. Wer sie stellt ist in guter Gesellschaft. Jesus hat sie z.B. am Kreuz gestellt (Markus 15,34).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Gott der Bibel l\u00e4sst diese Anfrage zu, die Klage dar\u00fcber, ja die Anklage, ja die grenzenlose Anklage. In 42 Kapiteln schildert das Buch Hiob mit gro\u00dfer Ausdauer, wie Gott anklagt f\u00fcr seine Not. Gott nimmt es ihm nicht krumm. Keiner muss sich dumm anschauen lassen, der diese Frage an das Leben und Gott hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gott distanziert sich nicht vom Leid dieser Welt. Er nimmt es auf seine Kappe. Ja, er l\u00e4sst es zu. Und er kommt sogar in Jesus in dieses Leid hinein. Denn anders als der Gott der griechischen Philosophen ist er nicht leidenschaftslos. Er liebt diese Welt und leidet deshalb an ihr. Er weint in Jesus Tr\u00e4nen um diese Welt. Nur der Glaube an den Gott Israels legt das Gott nicht als Schw\u00e4che aus, sondern als St\u00e4rke, freilich die St\u00e4rke von der die Christen leben. Und nur der Gott der Bibel, verbietet Menschen nicht, ihn zu hinterfragen, nimmt Anklage nicht als Majest\u00e4tsbeleidigung. Der Gott Jesu Christi l\u00e4sst sich jede Anfrage gefallen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meine Bitte an Sie ist: Geben Sie sich auch nicht mit einfachen Antworten ab. Zwar kann keiner bei seinem Sch\u00f6pfer Rechte einklagen, aber der Gott der Bibel will Vertrauen gewinnen, Liebe wecken. Das geht nicht mit Unterwerfung. Das geht nicht ohne \u00dcberzeugung. Das geht nicht ohne Fragen. Fragen erzeugen Leid. Aber damit sind wir schon bei einem Teil der Antwort. Fragen Sie! Antworten folgen! Leben m\u00fcssen Sie selbst. Aber das ist schon wieder ein Teil der Antwort.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es folgt Teil 2. Wer nicht warten kann, kann sich telefonisch bei mir melden (06446-329)<\/p>\n<div class=\"gsp_post_data\" \r\n\t            data-post_type=\"post\" \r\n\t            data-cat=\"ohne-kategorie,feg\" \r\n\t            data-modified=\"120\"\r\n\t            data-created=\"1589628487\"\r\n\t            data-title=\"Warum l\u00e4sst Gott das zu? &#8211; Teil 1\" \r\n\t            data-home=\"http:\/\/frankenbach.bibibo.info\"><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum l\u00e4sst Gott das zu? Schon unz\u00e4hlige Menschen haben diese Frage gestellt. Gef\u00fchlt seit Menschengedenken gibt es sie. Sie tritt hervor als Schrei in Not. Nicht selten aber erscheint sie auch als Anfrage: Wenn es Gott gibt, warum passiert dann&#8230;? Es ist eine Menschheitsfrage. Die christliche Antwort auf diese Frage ist nicht einfach. Die Antworten [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[90,282],"tags":[],"class_list":["post-13933","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-ohne-kategorie","category-feg"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/frankenbach.bibibo.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13933","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/frankenbach.bibibo.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/frankenbach.bibibo.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/frankenbach.bibibo.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/frankenbach.bibibo.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=13933"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/frankenbach.bibibo.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13933\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/frankenbach.bibibo.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=13933"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/frankenbach.bibibo.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=13933"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/frankenbach.bibibo.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=13933"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}