{"id":13937,"date":"2020-05-20T18:05:48","date_gmt":"2020-05-20T16:05:48","guid":{"rendered":"http:\/\/religionen.biebertaler-bilderbogen.de\/?p=388"},"modified":"2022-04-14T17:14:07","modified_gmt":"2022-04-14T15:14:07","slug":"ostermeditation-12-april-2020","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/frankenbach.bibibo.info\/?p=13937","title":{"rendered":"Ostermeditation 12. April 2020"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Jesus ist wirklich auferstanden &#8211; 12. April &#8211; Die frohe Osterbotschaft<\/h3>\n\n\n\n<p>&#8222;Der Herr ist wirklich auferstanden&#8220;<br>Alle Jahre wieder zur Osterzeit findet ein Wanderzirkus statt. Ein Theologe sieht sich gen\u00f6tigt seine Zeitgenossen aufzukl\u00e4ren. Er verk\u00fcndigt \u00f6ffentlich, dass der Glaube an die Auferstehung Unsinn sei. Er appelliert an den gesunden Menschenverstand, doch zu erkennen, dass es physische Wiederbelebung von Toten nicht g\u00e4be. Die Aufmerksamkeit aller ist ihm gewiss.<br>Ich empfinde es nicht nur als traurig, wenn Menschen Gott nur das an Macht zutrauen k\u00f6nnen, was die Naturwissenschaft aktuell nachvollziehen kann. Es ist meines Erachtens auch naiv mit dem Theologen Rudolf Bultmann zu denken, erst mit den Erfindungen der Moderne (Elektrizit\u00e4t, Radio\u2026) k\u00f6nne man Auferstehungszeugnissen der Bibel so nicht mehr glauben. Die Auferstehungsbotschaft galt immer schon als unglaubw\u00fcrdig (Lk 24,11) und unerh\u00f6rt (1 Kor 2,9). Vollmundig wie der Theologe Gerd L\u00fcdemann zu behaupten: &#8222;Das Grab ist voll!&#8220;, empfinde ich als dreist. Jeder Historiker m\u00fcsste zur Kenntnis nehmen, dass Freunde und Feinde Jesu sich in einem Punkt einig waren: Das Grab ist leer. Stattdessen als Theologe gen\u00fcsslich auf die Verwesung Jesu hinzuweisen, ist respektlos.<br>Erste Aufgabe eines Theologen in der Nachfolge Jesu ist eine andere. Er hat das Bekenntnis der J\u00fcnger zu h\u00f6ren: &#8222;Der Herr ist wirklich auferstanden und Simon erschienen&#8220; (Lk 24,34). Dem hat er nachzudenken: 1. Wie beschreibt das Neue Testament diese Wirklichkeit der Auferstehung? Woran denken die J\u00fcnger, wenn sie sagen, er sei &#8222;wirklich&#8220; auferstanden? <br>             <em>(von griechisch \u1f44\u03bd \u201aseiend\u2018, vgl. Ontologie = Lehre vom Sein)<\/em><br>2. Warum ist die beschriebene Wirklichkeit der Auferstehung Jesu f\u00fcr uns wirklich wichtig? Zu \u00fcberlegen ist, warum Gott mit seinem Sohn diesen Weg so gew\u00e4hlt hat und nicht zu spekulieren, wie voll das Grab rein theoretisch h\u00e4tte sein k\u00f6nnen.<br>Die Not dieses Wanderzirkus besteht nicht nur darin, dass die leibliche Auferstehung geleugnet wird, sondern dass der Eindruck erweckt wird, beim Osterereignis ginge es &#8222;blo\u00df&#8220; um eine physische Wiederbelebung wie z.B. bei der Tochter des Jairus (Mk 5,35-43) oder des J\u00fcngling von Nain (Lk 7,11-17). Gerade dies schildert die Bibel aber nicht. Ihr geht es um ein einmaliges, bisher nie da gewesenes Geschehen (1 Kor 15,20), eine andere Wirklichkeit. Diese, so wei\u00df der Auferstehungszeuge Paulus, bleibt freilich nicht einmalig, sondern ist nur der &#8222;Anfang&#8220; (Kol 1,18) der Auferstehung, die jeden Christen erwartet. Somit verr\u00e4t die Art und Weise der Auferstehung Jesu auch etwas \u00fcber die Auferstehung aller seiner Nachfolger.<br>H\u00e4tte es das leere Grab Jesu nicht gegeben, h\u00e4tten wahrscheinlich die meisten den Glauben an seine Auferstehung als Spekulation ohne Anhaltspunkt abgetan. So aber ist das leere Grab das gro\u00dfe Fragezeichen an alle Menschen. Der Glaube der durchweg skeptischen J\u00fcnger entstand jedenfalls erst in den Begegnungen mit dem Auferstandenen. Was meinen die J\u00fcnger, wenn sie sagen, er sei &#8222;wirklich&#8220; (LK 24,34) auferstanden?<br>Die Evangelien bezeugen eine leibliche Auferstehung. Jesus begegnete Menschen als Person. Sie konnten ihn mit eigenen Augen sehen (1 Kor 15,5-8), h\u00f6rten ihre Namen (Joh 20,16.29) und sp\u00fcrten seinen Atem (Joh 20,21). Der Auferstandene war nicht nur Gedankenkino, sondern mit H\u00e4nden zu greifen (Mt 28,9; Lk 24,39; Joh 20,27). Saulus riss es gar zu Boden. Er blieb erblindet zur\u00fcck (Apg 9,1-9). So greifbar ist die Auferstehung!<br>Doch zugleich ist diese Wirklichkeit alles andere als greifbar, schwer zu begreifen. Nur wenn Jesus sich &#8222;selbst naht&#8220; (Lk 24,15) und in der J\u00fcnger Mitte tritt, kommt es zur Begegnung. Verschlossene R\u00e4ume sind kein Hindernis (Joh 20,19.26), weil er wie Gott &#8222;erscheint&#8220; (Mk 16,9.11) und sich ebenso wieder entzieht (Lk 24,31). So klar Jesus mit Augen zu sehen ist, m\u00fcssen den J\u00fcngern doch die &#8222;Augen ge\u00f6ffnet&#8220; werden (Lk 24,31), muss er sich &#8222;offenbaren&#8220; (Mk 16,12.14; Joh 21,1) und sie an Worte, Zeichen und Begebenheiten erinnern (Lk 24,25.31; Joh 21). Er muss sich identifizieren und sagen: &#8222;Ich bin es selbst&#8220; (Lk 24,39), &#8222;Ich bin Jesus&#8220; (Apg 9,5). Er muss seine Wunden an H\u00e4nden, F\u00fc\u00dfen und Seite zeigen, ehe sie glauben (Lk 24,39-40; Joh 20,20.25.27). Zun\u00e4chst aber &#8222;wissen&#8220; die J\u00fcnger nie, dass es Jesus ist (Joh 20,24; 21,4). Der Evangelist Markus bringt es auf den Punkt: &#8222;Er offenbarte sich in anderer Gestalt&#8220; (Mk 16,12). Er wurde nicht nur wiederbelebt.<br>Die Auferstehung Jesus war eine Auferstehung in die Wirklichkeit Gottes und sein Leib ein Auferstehungsleib. Die Evangelisten schildern, wie Jesus seinen Geist am Kreuz &#8222;\u00fcbergab&#8220; (Joh 19,30, vgl. Lk 23,46) und dieser am selben Tag (!) im Paradies ist (Lk 34,43). Sein &#8222;Leib&#8220; (Lk 23,55) aber wurde in das Grab gelegt, wo er an Ostern nicht mehr gefunden wird (Lk 24,3.23). An Ostern kehrt nicht einfach der Geist und das Leben in seinen alten Leib zur\u00fcck (so in Lk 8,55 bei der Tochter des Jairus), sondern es kommt zu einer Auferstehung des Leibes in die Wirklichkeit seines Vaters. Jesus sagt sinngem\u00e4\u00df zu Maria am Grab: Ich bin auf dem &#8222;Weg hinauf zum Vater&#8220; (Joh 20,17). Jesu Auferstehung ist eine Himmelfahrt (Eph 4,10) und &#8222;vom Himmel&#8220; (Apg 9,3) erscheint er den J\u00fcngern, &#8222;zuletzt&#8220; (1 Kor 15,8) dem Paulus. Gerade die Lichterscheinungen Jesu (Apg 9,3; 22,6.9; 26,13) zeigen eindr\u00fccklich, dass sein Auferstehungsleib nicht an Materie, Raum und Zeit gefesselt ist. Er ist eine Neusch\u00f6pfung Gottes. Paulus wird von einem &#8222;geistlichen Leib&#8220; sprechen, der unverg\u00e4nglich, unverweslich und verwandelt ist (1 Kor 15,42-44.51).<br>Diese neue Wirklichkeit des Auferstehungsleibes Jesu ist f\u00fcr seine J\u00fcnger in zweifacher Hinsicht wirklich bedeutsam. Sie gewinnen zum Einen Klarheit, wer der auferstandene Jesus ist. Zum Anderen erhalten sie Gewissheit \u00fcber ihr eigenes Ergehen, da Jesus nur &#8222;Erstling&#8220; (1 Kor 15,20) der Auferstehung ist.<br>Indem z.B. Jesus bei einer Begegnung mit den J\u00fcngern einen Fisch isst, demonstriert er, dass er aus Fleisch und Knochen besteht (Lk 24,39-43) und damit kein ruhelos umherirrender Geist eines gewaltsam Ermordeten ist. Zugleich beschert er den teils griechisch denkenden J\u00fcngern damit eine Zumutung, den Glauben an eine leibliche Auferstehung (vgl. den Spott der Athener in Apg 17,32). Lukas \u00fcberliefert diese Zumutung in seinem Evangelium an Theophilus trotzdem, weil die damit verbundene Botschaft zu wichtig ist: Der Sch\u00f6pfer l\u00e4sst bei seiner Auferstehung kein Haar seiner Sch\u00f6pfung zur\u00fcck. Die Auferstehung der Toten umfasst den ganzen Menschen, Geist und Leib. Es ist keine Auferstehung in einen niedrigeren Modus. Im Gegenteil. Nicht nur Jesu Leben wird &#8222;erh\u00f6ht&#8220; (Lk 24,26), sondern auch seine Nachfolger leben nicht einfach nach dem Tod im Alten fort. Ihr niedriger und armer Leib wird in einen herrlichen und kraftvollen verwandelt. Davon ging Paulus nicht nur aus (1 Kor 15,43). Das konnte er am Auferstandenen sehen.<br>Die Begegnung der J\u00fcnger mit dem Auferstandenen war ein Hinweis auf die F\u00fclle des Lebens, welche sie im Himmel erwartet. Nicht nur die F\u00fclle des Fischfangs f\u00fcr hungrige J\u00fcnger zeugte davon (Joh 21). In den Begegnungen mit ihrem verwandelten Rabbi, er\u00f6ffnet vor allem Jesus selbst ihnen erst die ganze F\u00fclle seiner Person. Er erschlie\u00dft ihnen sein Leben neu, das Verst\u00e4ndnis seiner K\u00f6nigsherrschaft (Apg 1,3), seines Leidens und seiner Auferstehung (Lk 24,26) und der Schrift (Lk 24,25-27.44-47). Erst als den Auferstandenen erfassen sie ihn umfassend als den, der er immer war, der Sohn Gottes (R\u00f6m 1,3-4). Nur die Begegnung mit ihm selbst, schenkte ihnen volle Gewissheit neuen Lebens (Gal 1,11f), seinen Geist (Joh 20,22). Thomas wird \u00fcber den Auferstandenen bekennen: &#8222;Mein Herr und mein Gott&#8220; (Joh 20,28). Alle J\u00fcnger werden ihn &#8222;anbeten&#8220; (Mt 28,9.17).<br>Die Auferstehung Jesu war nicht nur die Wiederbelebung eines Toten. Im Auferstandenen begegnen die J\u00fcnger Gott selbst. Sie erfahren die F\u00fclle der Person Jesu, die F\u00fclle des Lebens, welche er \u00fcber den Tod hinaus gibt. Denn die Wirklichkeit seiner Auferstehung ist auch die seiner Nachfolger. Deshalb ist sie wirklich wichtig.<br>(c) Raphael Vach<\/p>\n<div class=\"gsp_post_data\" \r\n\t            data-post_type=\"post\" \r\n\t            data-cat=\"ohne-kategorie,feg\" \r\n\t            data-modified=\"120\"\r\n\t            data-created=\"1589997948\"\r\n\t            data-title=\"Ostermeditation 12. April 2020\" \r\n\t            data-home=\"http:\/\/frankenbach.bibibo.info\"><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jesus ist wirklich auferstanden &#8211; 12. 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