{"id":385,"date":"2020-05-20T18:05:40","date_gmt":"2020-05-20T16:05:40","guid":{"rendered":"http:\/\/religionen.biebertaler-bilderbogen.de\/?p=385"},"modified":"2022-04-14T17:13:50","modified_gmt":"2022-04-14T15:13:50","slug":"sonntagsmeditation-19-april-2020","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/frankenbach.bibibo.info\/?p=385","title":{"rendered":"Sonntagsmeditation 19. April 2020"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Osterandacht zum 1. Sonntag nach Ostern<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Gemeinde, liebe Biebertaler,<\/p>\n\n\n\n<p>Osterzeit ist f\u00fcr uns Christen Freudenzeit. Jesus lebt und wir werden auch leben. Gottes Macht der Liebe sprengt alle Fesseln des Todes. Wir m\u00fcssen nicht mehr nach seinem Takt marschieren, sondern k\u00f6nnen nach Gottes Liebe tanzen. Der Tod bestimmt nicht mehr dieses Leben. Der Tod hat nicht mehr das letzte Wort \u00fcber das Leben. Jesus hat gesiegt. Das Leben hat gesiegt. Es hei\u00dft Freude, Freude und noch einmal Freude.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir das Evangelium f\u00fcr den heutigen Tag lesen, entdecken wir: Es hat etwas gebraucht bis sich diese Freude durchgesetzt hat. Dann aber kam sie mit Kraft. Ich lese aus dem Lukasevangelium, Kapitel 24, die Verse 36-43, sowie 52+53:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#8222;Als sie aber davon redeten, trat er selbst, Jesus, mitten unter sie und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch!&#8220; Sie erschraken aber und f\u00fcrchteten sich und meinten, sie s\u00e4hen einen Geist. Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so erschrocken, und warum kommen solche Gedanken in euer Herz? Seht meine H\u00e4nde und meine F\u00fc\u00dfe, ich bin&#8217;s selber. Fasst mich an und seht; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen, wie ihr seht, dass ich sie habe. Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen H\u00e4nde und F\u00fc\u00dfe. Als sie aber noch nicht glaubten vor Freude und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen? Und sie legten ihm ein St\u00fcck gebratenen Fisch vor. Und er nahm&#8217;s und a\u00df vor ihnen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sie aber beteten ihn an und kehrten zur\u00fcck nach Jerusalem mit gro\u00dfer Freude und waren allezeit im Tempel und priesen Gott.&#8220;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Soweit das Wort Gottes.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Freude bricht sich erst am Ende Bahn. Dann aber ist sie kein Strohfeuer, sondern wirkt allezeit fort. Denn Jesu Auferweckung ist der Sieg des Lebens.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Anfang aber stehen bodenst\u00e4ndige Skeptiker &#8211; die J\u00fcnger. Die Botschaft vom leeren Grab, dass Jesus lebt, reicht ihnen nicht. Sie sagen sich: Tote bleiben tot. Sie stehen nicht auf. Was noch nie war, kann auch nie sein. Zu unglaublich. &#8211; Klar, so erf\u00e4hrt man nie das <em>Ein<\/em>malige am Leben. Aber so sind wir. \/ Sie sagen sich: Auferstehung, das w\u00e4re zu sch\u00f6n um wahr zu sein. Wenn diese Welt mit all ihrem Leid und ihrer Ungerechtigkeit nicht alles w\u00e4re, eine Welt, in der Seuchen Menschen ungefragt krepieren und aus dem Leben scheiden lassen. Sie k\u00f6nnen nicht glauben vor Freude. Zu sch\u00f6n! &#8211; Klar, so erf\u00e4hrt man nie das Beste. Aber so sind wir Menschen. Wir wollen nicht entt\u00e4uscht werden. Doch ist das Beste h\u00e4ufig genau das, was man nicht sieht, nur glauben kann &#8211; wie die Liebe.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Folge bei den J\u00fcngern Jesus ist wie \u00fcberall: Sie bleiben allein &#8211; mit ihrer Entt\u00e4uschung und Hoffnungslosigkeit. Jesus bleibt tot, ihre Zukunft gestorben, ihr Jetzt bedroht. Alleingelassen hocken sie zusammen in ihrer selbstgew\u00e4hlten Quarant\u00e4ne der Angst. Nicht ganz unbegr\u00fcndet meiden sie die \u00d6ffentlichkeit. Nicht ganz unbegr\u00fcndet bef\u00fcrchten sie, dass die Feinde ihres Meisters auch ihnen ans Leder wollen. Und so w\u00e4hlen sie die Isolation.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch dann zeigt sich einmal mehr, wie wunderbar Jesus ist. Jesus selbst erscheint in ihrer Angst, durchbricht ihre Isolation, kommt in ihre Mitte und spricht: Friede mit euch! Das gilt auch dir. Denn er hat heute nicht weniger Interesse an dir, wie an den J\u00fcngern damals. Er wei\u00df, was uns in diesen Tagen umtreibt, bewegt und bedr\u00e4ngt. Und er kommt in unsere Mitte.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sehen dann, wie Jesus Schritt f\u00fcr Schritt ihren Unglauben und Zweifel \u00fcberwindet. Voller Zuwendung. Voller Eingehen auf ihre gespenstischen Ansichten. Voll Verst\u00e4ndnis &#8211; ohne Tadel. &#8211; Sie sind nicht allein. Jesus ist bei ihnen. Gott mit seinen M\u00f6glichkeiten. &#8211; Der Tod hat nicht das letzte Wort. Leid und Ungerechtigkeit behalten nicht die Oberhand. Die Botschaft der Liebe Gottes ist nicht am Kreuz gestorben. Nein. Jesus lebt. Das Leben siegt. Gott hat sich mit der Auferweckung zu Jesus bekannt. &#8211; Und so kann Angst weichen, Friede einziehen, Freude Raum gewinnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Mitb\u00fcrger,<\/p>\n\n\n\n<p>nicht, dass Angst nicht wichtig w\u00e4re. Sie zeigt uns nicht zuletzt in diesen Tagen, was uns lieb und teuer ist. Sie sch\u00fctzt nicht zuletzt in diesen Tagen, was uns am meisten bedeutet- unsere Lieben und unser Leben. Angst &#8211; und sei es die vor Corona &#8211; leistet einen guten Dienst!<\/p>\n\n\n\n<p>Doch Angst kann uns auch isolieren, abschneiden vom Leben, dass wir innerlich verk\u00fcmmern.<\/p>\n\n\n\n<p>Das passiert, wenn sie uns ganz bestimmt.&nbsp; Wenn aus dem Diener ein Herrscher wird, dann isoliert sie uns von Gott und Menschen, dann nimmt sie uns ganz in Beschlag. Die Angst vor dem Tod, die Angst zu kurz zu kommen &#8211; und das kommen wir, nicht nur durch Coroana &#8211; nimmt uns gefangen. Sie f\u00fchrt bei den einen zu Torschlusspanik und Hamsterk\u00e4ufen &#8211; nicht nur in der Krise. Sie raubt bei den anderen Lebensmut und Hoffnung &#8211; auch das nicht nur in der Krise. Aber die Krise bringt es an den Tag. Sie l\u00e4sst uns die jetzt notwendigen Beschr\u00e4nkungen nicht aushalten. \/ Die einen verfallen in Aktionismus, versuchen verzweifelt alles aus der Situation noch rauszuholen und zu retten. Die anderen verfallen in Resignation. Ein grauer Schleier legt sich auf sie. Sie sp\u00fcren pl\u00f6tzlich wie bedr\u00e4ngend diese Welt mit ihrem Leid und ihrem Schmerz ist, wie hilflos und wie hilflos ungerecht, wie zerbrechlich und vom Tod umfangen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und so ist es ja auch. Im Westen hatten wir es fast vergessen. Ein kleiner Virus muss uns daran erinnern, was anderorts Alltag ist. Und es bedr\u00e4ngt, rei\u00dft in tiefe L\u00f6cher. Pl\u00f6tzlich ohne Arbeit, ohne Unterhaltung, ohne Geselligkeit, dringt es zu uns durch. Es ist als w\u00e4re die Musik abgestellt wurde. Und pl\u00f6tzlich halten wir inne vor einer gnadenlosen Welt. Und die Angst ist da. Manchen \u00fcberf\u00e4llt Verzweiflung.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber das ist nicht die Botschaft von Ostern. Sie lautet Jesus lebt. Das Leben siegt. Der Theologie und Widerstandsk\u00e4mpfer Dietrich Bonhoeffer hat einmal gesagt: &#8222;Wer Ostern kennt, kann nicht verzweifeln.&#8220; Das stimmt! Denn er bleibt nicht allein.<\/p>\n\n\n\n<p>Jesus Christus tritt in seine Mitte als der Gekreuzigte. Und wenn einer unsere Angst und Leid versteht, nicht einfach vom Schreibtisch wischt, dann doch der, der den J\u00fcngern seine Wunden an H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen zeigt, das Leid nicht einfach als von Gestern abtut. Sollte er uns nicht verstehen? Ja.<\/p>\n\n\n\n<p>Jesus tritt zudem in seine Mitte als der Auferstandene. Er kommt in R\u00e4ume unsere Lebens, in denen wir uns schon lange verschlossen haben und spricht: Friede mit dir. Der Tod hat nicht das letzte Wort in deinem Leben. Du musst nicht nach seinem Takt marschieren. Auch dr\u00fccken Leid und Ungerechtigkeit deinem Leben ihren Stempel nicht auf, sondern du darfst Gottes Liebe atmen. Ostern sagt dir: Hab keine Angst. Friede mit dir. Du kannst gelassen und mutig sein, musst nicht resignieren. Du hast Hoffnung, denn Jesus lebt. Vorfreude darf sich bei dir breit machen. Das Leben hat schon gesiegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht jeder glaubt&#8217;s, aber wer&#8217;s glaubt, wird selig. Heute schon. Er kann nicht mehr verzweifeln. Es bleibt Freude, Freude und nochmal. Freude. In diesem Sinne eine frohe Osterzeit! &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;<strong>Pastor Raphael Vach<\/strong><\/p>\n<div class=\"gsp_post_data\" \r\n\t            data-post_type=\"post\" \r\n\t            data-cat=\"ohne-kategorie,feg\" \r\n\t            data-modified=\"120\"\r\n\t            data-created=\"1589997940\"\r\n\t            data-title=\"Sonntagsmeditation 19. April 2020\" \r\n\t            data-home=\"http:\/\/frankenbach.bibibo.info\"><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Osterandacht zum 1. Sonntag nach Ostern Liebe Gemeinde, liebe Biebertaler, Osterzeit ist f\u00fcr uns Christen Freudenzeit. Jesus lebt und wir werden auch leben. Gottes Macht der Liebe sprengt alle Fesseln des Todes. Wir m\u00fcssen nicht mehr nach seinem Takt marschieren, sondern k\u00f6nnen nach Gottes Liebe tanzen. Der Tod bestimmt nicht mehr dieses Leben. 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