{"id":668,"date":"2020-06-06T10:44:41","date_gmt":"2020-06-06T08:44:41","guid":{"rendered":"http:\/\/religionen.biebertaler-bilderbogen.de\/?p=668"},"modified":"2022-04-14T17:11:56","modified_gmt":"2022-04-14T15:11:56","slug":"warum-laesst-gott-da-zu-teil-4","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/frankenbach.bibibo.info\/?p=668","title":{"rendered":"Warum l\u00e4\u00dft Gott das zu?  Teil 4"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Der Weg geh\u00f6rt zum Ziel oder das physische \u00dcbel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Warum l\u00e4sst Gott das zu? Der vierte Teil unserer kleinen Serie stellt sich nun endlich der Frage nach Covid19. Warum gibt es Leid in dieser Welt, das vom Menschen nicht verursacht ist? Klar, k\u00f6nnte man f\u00fcr die Entstehung des Coronavirus auch ethisch fragw\u00fcrdige Eingriffe in die Welt der Wildtiere heranziehen, f\u00fcr dessen gro\u00dfe Verbreitung auch auf unverantwortliches politisches Verhalten verweisen, aber eben nur &#8222;auch&#8220;. Es gibt schreckliches Leid, da hat der Mensch seine Hand nicht im Spiel. Jeder Tsunami, jeder Vulkanausbruch, verdeutlicht das sofort. Und wenn Seuchen zu allen Zeiten Menschen dahingerafft haben ohne Unterschied, h\u00e4ufig die Schw\u00e4chsten zuerst, wenn der Krebs das Leben einer Mutter zerfrisst, dann steht die Frage im Raum: Warum um alles in der Welt muss das sein?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wozu ist physisches \u00dcbel wie Naturkatastrophen und Krankheit gut? Wozu n\u00f6tig? Erstere Frage ist dabei noch leichter zu beantworten als zweite. &#8222;Hat dieser Virus irgendetwas Gutes?&#8220;, fragt mich die Tage eine Frau. Irgendetwas? Durchaus. Aber eben nur irgendetwas. Menschen zeigen ungeahnte Hilfsbereitschaft und Solidarit\u00e4t. Menschen \u00fcberbieten sich an Kreativit\u00e4t, um die Krise zu meistern. Wissenschaft vermag Dinge in k\u00fcrzester Zeit, dass man nur staunen kann. Die Krise f\u00f6rdert bei manchen Menschen das Beste zu Tage. Ja, manche wachsen mit der Krise. Aber eben nur manche. Doch zugleich werden Menschenleben zerst\u00f6rt, berufliche Existenzen vernichtet, Gesundheit f\u00fcr immer gesch\u00e4digt. Ja, Leid, ja Krisen k\u00f6nnen Gutes bef\u00f6rdern, Chancen sein, aber es tr\u00f6stet kaum \u00fcber den Schmerz, z.B. des Verlustes.<\/p>\n\n\n\n<p>Ist physisches \u00dcbel aber n\u00f6tig? Ist es denkbar in der Sch\u00f6pfung eines Gottes der Macht und der Liebe? Denken kann man sich andere, fiktive Welten. Der Roman &#8222;Brave New World&#8220; von A. Huxley ist so ein Versuch. Sie zeigt eine Welt, in der sichergestellt und \u00fcberwacht wird, das Leid ausbleibt. F\u00fcr Huxley ist es zu Recht eine schreckliche Welt. Es w\u00e4re keine menschliche Welt. In ihr gibt es keinen Raum f\u00fcr pers\u00f6nliche Entwicklung und menschliche Reifung. In ihr ist kein Platz f\u00fcr wirkliche Gef\u00fchle. Es ist nicht nur eine unmenschliche, weil viele Menschen gerade harte Zeiten als Zeiten h\u00f6chster emotionaler Intensit\u00e4t erleben, im R\u00fcckblick h\u00e4ufig als die hilfreichsten Jahre ihrer Entwicklung und Charakterbildung, die sie nicht wissen wollen. Es ist sogar der Fall bei kleinen Herausforderungen, letztlich bei jeder Entwicklung. Immer geht es darum, einen weniger leidvollen Zustand zu erreichen. H\u00e4ufig gar wird unser Gl\u00fcck dadurch gro\u00df, dass wir Schweres gemeistert haben, sei es eine Bergbesteigung, eine Klausur oder eine entbehrungsreiche Zeit. H\u00e4ufig erleben wir Gl\u00fcck als Gl\u00fcck, weil es unberechenbar \u00fcber uns kam. Das aber kann nur passieren, wenn auch das Gegenteil m\u00f6glich ist: das Leid. Insofern ist Leid im weitesten Sinne der notwendige Preis personaler Entwicklung und auch gro\u00dfen Gl\u00fccks.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Doch ist dieser Preis kein hinreichender. Man mag zum Einstieg an den Sport denken. Was f\u00fcr den einen eine H\u00fcrde ist, die motiviert, l\u00e4sst den anderen verkrampfen. An Leid <em>kann<\/em> man wachsen. Man w\u00e4chst sicherlich auch nur mit seinen Aufgaben. Aber an Leid <em>kann<\/em> man auch verzweifeln und zerbrechen. Menschen k\u00f6nnen durch Schweres verh\u00e4rten und abstumpfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit Letzteres nicht passiert, bedarf es Hoffnung, die durchhalten l\u00e4sst, dem Schlimmsten Sinn abgewinnen kann und bei der das Leid und der Tod nicht das letzte Wort hat. Diese Hoffnung bietet der christliche Glaube. Diese bezeugt der Apostel Paulus, wenn er an die R\u00f6mer schreibt: &#8222;Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen&#8220; Wozu etwas gedient hat, sieht man h\u00e4ufig erst im R\u00fcckblick. Und viele sch\u00f6pfen aus solchen R\u00fcckblicken Hoffnung f\u00fcr die Zukunft, dass es wieder so sein k\u00f6nnte. Der christliche Glaube aber ist sich im Voraus einer heilvollen Zukunft gewiss, weil er einen Gott der Liebe und Macht kennt. Damit hat der Christ nicht nur Gewissheit \u00fcber den Ausgang, Gottes neue Welt, sondern auch \u00fcber die Sinnhaftigkeit im Hier und Jetzt und die daraus entstehende Kraft. Einer der gro\u00dfen Psychologen des vergangenen Jahrhunderts und KZ-\u00dcberlebende Victor Frankl hat dies mit seinem Leben nicht nur bezeugt, sondern die Kraft des Sinns, nicht zuletzt des Glaubens, in seinem Werk herausgearbeitet, w\u00e4hrend der herausragende atheistische Denker Albert Camue bef\u00fcrchtete, dass eine rein naturwissenschaftliche Sicht auf die Welt, die keinen letzten Sinn kennt, den Suizid zu einem der gr\u00f6\u00dften Probleme der Zukunft macht. F\u00fcr eine rein naturwissenschaftliche Sicht auf die Welt ist somit auch die Frage nach dem Warum des Leides, so sehr sie auch pers\u00f6nlich dr\u00e4ngend sein mag, Zeitverschwendung.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Als Christen glauben wir, dass wir diese Hoffnung auf Zukunft, heute oder in Ewigkeit, dadurch haben, dass Gott in Jesus Christus bereit war aus Liebe, alles zu erleiden, was zu erleiden war und gegen ihn stand, um ein f\u00fcr allemal zu erweisen, dass nichts ihn von seiner Zuwendung zu den Menschen abbringen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Das lehrt zum Einen: Liebe beinhaltet Leidensbereitschaft. Ja, man leidet nur, wenn man Dinge liebt. Liebe und Leiden das h\u00e4ngt zusammen. Christen sehen sich im Lieben&nbsp; der Welt und im Leiden an ihr mit Gott verbunden. Leid kann niemals f\u00fcr sie gleichg\u00fcltig werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Zum anderen l\u00e4sst die bedingungslose Liebe Gottes hoffen, dass selbst da, wo man aktuell keinen Sinn im Leid erkennt, diesen im R\u00fcckblick erkennen kann und dass in Zukunft das Leid \u00fcberwunden wird. Diese Hoffnung aber vertieft wiederum die Beziehung zu Gott, st\u00e4rkt die Freude an ihm&nbsp; gerade im Leid und wird allein dadurch auch als sinnvoll erfahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Man kann fragen, warum Gott nicht sofort einen Zustand erschaffen hat, indem alles Leid \u00fcberwunden ist, alle Tr\u00e4nen getrocknet, wie die biblische Hoffnung verhei\u00dft (z.B. in Offbarung 21,1-7)? Diese Frage w\u00fcrde als kritische Anfrage voll zum Tragen kommen, wenn diese zuk\u00fcnftige Welt nichts mit der ersten zu tun h\u00e4tte. Doch die erste Welt ist der Weg zur finalen Welt Gottes. Ja, noch mehr. Dieser Weg geh\u00f6rt notwendig zum Ziel. Gott zielt nun einmal auf eine Liebesbeziehung zum Menschen. Liebe aber braucht Zeit. Liebe ist nur Liebe, wenn es mindestens m\u00f6glich gewesen ist, ihn nicht zu lieben, die Freiheit zu haben, zu ihm nein zu sagen. Liebe setzt Vertrauen voraus. Dazu bedarf es aber mindestens einer Zeit, in der begr\u00fcndeter Zweifel m\u00f6glich ist. Dazu bedarf es einer Welt, die dieses Liebe, dieses Vertrauen, diese Hoffnung hervorbringen kann. Dazu bedarf es einer Welt des Leides &#8211; als Weg.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Weg ist also nach christlicher Auffassung nicht das Ziel. Aber der Weg geh\u00f6rt zum Ziel. Auf diesem Weg erf\u00e4hrt der Christ eine unfassbare Liebe und eine geradezu atemberaubende Hoffnung, aber im Modus des Glaubens, notwendig mit dem Stachel des Schmerzes, der sie mit allen anderen Menschen mitleidend vereint. Aber eben mit einer Antwort auf den Schmerz. Um sie geht es in der letzten Folge.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wer nicht warten kann, kann sich telefonisch bei mir melden (06446-329). Die ganze Reihe am St\u00fcck kann man unter www.feg-frankenbach.de lesen.<\/p>\n\n\n\n<p>(c) Raphael Vach<\/p>\n<div class=\"gsp_post_data\" \r\n\t            data-post_type=\"post\" \r\n\t            data-cat=\"ohne-kategorie,feg\" \r\n\t            data-modified=\"120\"\r\n\t            data-created=\"1591440281\"\r\n\t            data-title=\"Warum l\u00e4\u00dft Gott das zu?  Teil 4\" \r\n\t            data-home=\"http:\/\/frankenbach.bibibo.info\"><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Weg geh\u00f6rt zum Ziel oder das physische \u00dcbel Warum l\u00e4sst Gott das zu? Der vierte Teil unserer kleinen Serie stellt sich nun endlich der Frage nach Covid19. Warum gibt es Leid in dieser Welt, das vom Menschen nicht verursacht ist? 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